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Maßgeschneiderte Industriereinigung: Warum Standardlösungen oft nicht funktionieren (und wie wir vorgehen)

Wann wurde die Reinigungsanlage Ihres Unternehmens zuletzt überprüft? Und entspricht sie noch den heutigen Arbeitsabläufen?

Reinigungsanlagen werden auf der Grundlage einer bestimmten Situation konzipiert: einer bestimmten Anzahl von Nutzern, einer festen Produktionslinie oder einer begrenzten Reinigungszeit. Sobald sich dieser Kontext ändert – beispielsweise durch Produktionswachstum oder gleichzeitige Nutzung –, entstehen Engpässe. Der Druck lässt nach, die Reinigung dauert länger oder es werden zusätzliche Chemikalien benötigt, um das gleiche Ergebnis zu erzielen.

Diese Anzeichen deuten meist auf eine Diskrepanz zwischen der Konzeption eines Systems und seiner tatsächlichen Nutzung hin.

Deshalb gehen wir in diesem Artikel auf folgende Themen ein:

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Wo industrielle Reinigungssysteme in der Praxis versagen

In der Praxis lassen sich Probleme oft durch eine Anpassung der Einstellungen lösen. Die Temperatur oder der Druck werden erhöht, oder die Dosierung der Chemikalien wird angepasst. Manchmal verlängert man die Reinigungszeit, um dennoch das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Dies sind Anzeichen dafür, dass die Anlage nicht richtig auf den Verbrauch abgestimmt ist. Sie führen zwar zu vorübergehenden Erfolgen, ändern aber nichts an der zugrunde liegenden Ursache.

Die Ursache liegt meist in den Grundprinzipien des Systems: Kapazität, Parallelität und Infrastruktur sind nicht gut auf die Nutzung abgestimmt.

Dimensionierung auf der Grundlage von Annahmen

Viele Anlagen sind auf eine durchschnittliche Auslastung ausgelegt, während die Belastung spitzenlastgeprägt ist.

Ein System, das für zwei gleichzeitige Nutzer ausgelegt ist, aber von vier Personen gleichzeitig genutzt wird, verliert an allen Entnahmestellen an Druck. Die mechanische Kraft nimmt ab und die Reinigung dauert länger. Die Mitarbeiter gleichen dies durch zusätzliche Arbeitsschritte oder den Einsatz von Reinigungsmitteln aus, während die Pumpe kontinuierlich mit maximaler Leistung läuft, was zu erhöhtem Verschleiß führt.

Eine „Kopie“ der bestehenden Situation

Beim Austausch einer Anlage entscheiden sich Unternehmen oft für eine ähnliche Konfiguration wie zuvor, ohne den aktuellen Prozess und die Nutzung kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Denk an

  • höhere Produktionsleistung bei gleicher Reinigungszeit
  • zusätzliche Entnahmestellen oder längere Leitungen
  • eine andere Art von Verschmutzung

Die Anlage bleibt zwar ähnlich, doch die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Dadurch weist eine neue Anlage in der Praxis sofort Mängel auf oder kann ihr Potenzial nicht voll ausschöpfen – das zeigt sich beispielsweise in einem niedrigeren Druck und längeren Reinigungszeiten.

Auswirkungen auf das Verfahren

Wenn Kapazität und Nutzung nicht aufeinander abgestimmt sind, verlagert sich das Problem auf die Umsetzung.

Eine geringere mechanische Kraft führt unmittelbar zu einer Verlängerung der Arbeitszeit. Dauert eine Reinigungsrunde täglich 30 Minuten länger, summiert sich das auf Dutzende zusätzlicher Stunden pro Monat.

Zudem nimmt die körperliche Belastung zu. Dies zeigt sich in einer weniger konsequenten Reinigung und einer geringeren Akzeptanz des Systems.

Die Entwicklung einer effektiven industriellen Reinigungslösung

Eine gut funktionierende Anlage beginnt mit dem Verständnis der Nutzung und der Rahmenbedingungen, nicht mit der Wahl einer Maschine.

Schritt 1: Analyse von Nutzung und Kapazität

Die Kapazität einer Anlage hängt nicht vom täglichen Gesamtwasserverbrauch ab, sondern vom Zeitpunkt, zu dem der Bedarf am höchsten ist.

Deshalb beginnt ein Entwurf mit der Erfassung folgender Aspekte:

  • die Anzahl der Reinigungspunkte
  • die Anzahl der Benutzer, die gleichzeitig reinigen
  • die für die Reinigung innerhalb des Prozesses verfügbare Zeit

In der Praxis liegt der Schwerpunkt auf der Spitzenauslastung. Wenn zu Spitzenzeiten vier Mitarbeiter gleichzeitig reinigen, muss die Anlage darauf ausgelegt sein. Nur dann bleibt der Druck stabil und die Reinigungszeit vorhersehbar.

Analyse in der Entwurfsphase

Der größte Nutzen entsteht, wenn diese Analyse bereits in der Planungsphase eines Standorts oder einer Produktionslinie durchgeführt wird. Denken Sie dabei an Neubauten, Erweiterungen oder Umgestaltungen. Zu diesem Zeitpunkt werden Leitungsführungen, Technikräume und Entnahmestellen direkt logisch angeordnet.

Wenn eine Anlage erst nachträglich eingebaut wird, kommt es häufiger zu Einschränkungen:

  • Die Rohrleitungen folgen bestehenden Trassen statt der optimalen Trassenführung
  • Die Entfernungen werden unnötig groß, was zu zusätzlichem Druckverlust und höheren Anschaffungskosten führt
  • Die Kapazität wird an das angepasst, was Platz findet, statt an das, was benötigt wird

Diese Entscheidungen wirken sich auf den täglichen Einsatz aus. Ein System, das von Grund auf auf den Prozess abgestimmt ist, erfordert weniger nachträgliche Anpassungen und liefert stabilere Leistungen.

In der Praxis bedeutet dies auch, dass sich die Anlage an die Nutzung anpasst. Bei einer geringeren Anzahl gleichzeitiger Nutzer läuft das System mit geringerer Leistung. Das senkt den Energieverbrauch und verringert den Verschleiß der Anlage.

Schritt 2: Technische Infrastruktur und Leitungsverluste

Die Leistung einer Pumpe sagt wenig aus, wenn man die Rohrleitungen nicht kennt. Zwischen dem Technikraum und der Entnahmestelle geht immer ein Teil des Drucks verloren.

Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Länge der Leitungen
  • Durchmesser der Rohrleitungen
  • Anzahl der Abzweigungen und Biegungen

Ein zu kleiner Durchmesser erhöht den Widerstand. Die Pumpe muss mehr Energie aufbringen, um denselben Druck zu erzeugen, während der effektive Druck am Einsatzort hingegen abnimmt. Bei längeren Leitungsstrecken verstärkt sich dieser Effekt noch weiter.

In der Praxis bedeutet dies, dass eine Anlage auf dem Papier zwar über ausreichende Kapazität verfügt, an der Lanze jedoch nicht die erforderliche Leistung liefert. Eine gute Auslegung berücksichtigt diese Verluste und begrenzt sie nach Möglichkeit, beispielsweise durch die Verwendung eines größeren Rohrdurchmessers. Dadurch bleibt der Druck an der Entnahmestelle besser erhalten.

Schritt 3: Anpassung an die Art der Verschmutzung

Nicht jede Verschmutzung erfordert denselben Ansatz. Die Kombination aus Druck, Durchfluss, Temperatur und Chemie bestimmt, wie effektiv sich Verschmutzungen lösen.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Umweltverschmutzung:

  • organisch: Fette, Proteine, Produktrückstände
  • industriell: Öl, Staub, Prozessrückstände

Die erforderliche mechanische Kraft und Temperatur variieren je nach Typ. In manchen Situationen reichen Druck und Durchfluss aus, in anderen Fällen spielt die Temperatur eine größere Rolle. In bestimmten Fällen sind weiterhin chemische Mittel erforderlich, deren Einsatz jedoch in direktem Zusammenhang mit den anderen Faktoren steht.

Eine falsche Abstimmung führt oft zu Kompensationsmaßnahmen: eine höhere Dosierung der Chemikalien oder eine längere Einwirkzeit. Das erhöht die Kosten, ohne dass das zugrunde liegende Problem gelöst wird.

Schritt 4: Entscheidung für ein mobiles oder stationäres System

Die Wahl zwischen einem mobilen und einem stationären System hat direkte Auswirkungen auf Kapazität, Nutzung und Lebensdauer.

Mobile Anlagen sind flexibel einsetzbar und erfordern geringere Investitionen. Sie werden häufig für kleinere Flächen oder Situationen eingesetzt, in denen jeweils nur ein Benutzer arbeitet. Die Leistung und Lebensdauer sind in der Regel geringer, wodurch sie sich für weniger intensive oder variable Einsätze eignen.

Stationäre Anlagen sind für Situationen konzipiert, in denen mehrere Benutzer gleichzeitig arbeiten und die Reinigung ein fester Bestandteil des Prozesses ist. Sie liefern einen stabilen Druck und einen konstanten Durchfluss, auch bei gleichzeitiger Nutzung. Aufgrund ihrer robusteren Bauweise ist die Lebensdauer relativ hoch und liegt bei guter Wartung oft in der Größenordnung von 15 bis 20 Jahren.

Die Wahl bestimmt nicht nur, wie gereinigt wird, sondern auch, wie viel Zeit und Aufwand erforderlich sind und wie sich die Kosten im Laufe der Jahre entwickeln.

Schritt 5: Anwendung in der Praxis (am Arbeitsplatz)

Die Leistung einer Anlage zeigt sich letztendlich in der Praxis.

Die Benutzerfreundlichkeit spielt dabei eine direkte Rolle:

  • Wie schnell ist die Anlage einsatzbereit?
  • Wie stabil bleibt der Druck während des Betriebs?
  • Wie viel körperliche Anstrengung erfordert die Reinigungsaufgabe?

Wenn ein System nicht genügend Leistung erbringt oder umständlich zu bedienen ist, versuchen die Mitarbeiter, dies auszugleichen. Das führt zu längeren Reinigungszeiten und einer weniger gleichmäßigen Ausführung.

Eine Anlage, die sich an die Nutzung anpasst, funktioniert umgekehrt: Die Arbeitsschritte sind vorhersehbar, der Zeitaufwand bleibt konstant und die Reinigungsqualität hängt weniger von der individuellen Arbeitsweise ab.

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Die tatsächlichen Kosten der industriellen Reinigung (TCO)

Der Anschaffungspreis einer Reinigungsanlage ist meist der Ausgangspunkt für eine Entscheidung. In der Praxis macht dieser Preis jedoch nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus. Die Art und Weise, wie ein System täglich genutzt wird, hat einen größeren Einfluss auf die Kosten über die gesamte Lebensdauer:

  • Eine geringere Kapazität führt unmittelbar zu längeren Reinigungszeiten und einem höheren Personalaufwand
  • Eine ineffiziente Gestaltung erhöht den Verbrauch pro Reinigungsaufgabe
  • Systeme unter Spitzenauslastung verschleißen schneller und erfordern häufigere Wartung
  • Eine korrekte Dimensionierung führt zu vorhersehbaren Kosten und weniger ungeplanten Stillständen

Beispiel aus der Praxis: Wenn eine Investition (noch) nicht passt

In einer Bäckerei wurden täglich maximal zwei Stunden für Reinigungsarbeiten aufgewendet. Die bisherige Lösung bestand aus einem einfachen mobilen Hochdruckreiniger, der einst im Baumarkt gekauft worden war. Dieser bot nur begrenzte Leistung und erforderte relativ viel manuelle Arbeit, erfüllte aber zumindest die grundlegenden Anforderungen.

In der Praxis entsprach dies jedoch nicht den tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten. Die Kapazität war begrenzt, und die Bedienung der Anlage erforderte relativ viel Zeit und Aufwand. Daher nutzten die Mitarbeiter den Reiniger nicht immer auf die gleiche Weise. Dies wirkte sich auf die Geschwindigkeit und die Gleichmäßigkeit der Reinigung aus.

Eine stationäre Anlage beschleunigt die Reinigung und vereinfacht die Bedienung. Der Druck bleibt stabil, mehrere Benutzer können gleichzeitig arbeiten und die Abläufe sind besser vorhersehbar. Das verkürzt die benötigte Zeit und macht die Arbeit weniger anstrengend.

Ein Überblick über deine aktuelle Situation?

Sind Sie sich unsicher, ob Ihre derzeitige Reinigungsanlage noch den Anforderungen des praktischen Einsatzes entspricht? Eine Analyse der Kapazität, der Rohrleitungen und der Gleichzeitigkeit liefert schnell Aufschluss darüber, wo Engpässe bestehen.

Auf dieser Grundlage lässt sich feststellen, ob eine Optimierung innerhalb der bestehenden Anlage möglich ist oder ob eine andere Konfiguration besser zu Ihrem Prozess passt.